Pfarrerin Jutta Hofmann-Weiß verabschiedet

veröffentlicht 24.08.2026 von Roger Schmidt, Gesamtkirchengemeinde am Schiffenberg

Nach 39 Jahren Dienst in der evangelischen Kirche Hessen und Nassau (EKHN) wurde Pfarrerin Jutta Hofmann-Weiß in einem feierlichen Gottesdienst in der Christuskirche Watzenborn-Steinberg in den Ruhestand verabschiedet. Dekanin Carolin Kalbhenn überreichte ihr die Entpflichtungsurkunde zum 1. September 2026 und würdigte dabei ihr langes und segensreiches Wirken.

In den vergangenen mehr als 18 Jahren war sie Seelsorgerin in der Kirchengemeinde in Watzenborn-Steinberg (Pohlheim) und der neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde am Schiffenberg. Umrahmt wurde der Festgottesdienst vom evangelischen Kirchenchor unter Leitung von Kantorin Cordula Scobel. An der Orgel spielte die frühere Kantorin Yoerang Kim-Bachmann, die eigens aus Düsseldorf angereist war. Und auch die Pfarrerkollegen Sabine Guder, Marisa Mann und Johannes Krug, die sie in deren Ausbildung begleitet hatte, gestalteten den Gottesdienst mit. 

Hofmann-Weiß freute sich in ihrer Begrüßung, dass so viele Gäste zu ihrem Abschied in den Ruhestand gekommen waren. „Unglaublich!“ sagte sie im Blick auf die vergangenen 39 Jahre ihres kirchlichen Dienstes. Gerne sei sie Gemeindepfarrerin gewesen und sei voller Dankbarkeit. Das verbinde sie mit den Worten des Psalms 31 „Du Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum“, hob sie in ihrer Predigt hervor. Das Gefühl von Weite und Raum sei das Gegenbild zu allem, was unser Leben ausmache mit seinen Verpflichtungen, Krankheiten oder Konflikten. Klimakrise, Kriege und soziale Not nannte sie als Beispiele. 
Dagegen stehen Hoffnung und Mut, die aus Gottes Güte entstehen könne. Der Psalmbeter gebe so eine Balance zwischen Klage und Dankbarkeit, bei denen Menschen aus der Enge die Weite finden. Sie erinnerte sich an ihr Studium, als einen weiten Raum, den sie damals mit viel Neugier und Interesse betreten habe. Neue Türen mit Möglichkeiten und Herausforderungen hätten sich für sie geöffnet. Nun betrete sie einen neuen Raum des „Zeitwohlstand“, den sie mit Dingen füllen möchte, die ihr am Herzen liegen. 

Den Konfirmationsspruch von Hofmann-Weiß „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt“ zitierte Dekanin Carolin Kalbhenn zu Beginn ihrer Würdigung. Die Wurzeln zum Berufswunsch von Pfarrerin Hofmann-Weiß als Pfarrerin habe in dieser Zeit gelegen, blickte sie zurück. Während des Theologiestudium in Marburg lernte sie ihren Ehemann Ingo kennen, legte dann von Frankfurt aus ihr Examen ab und war dann im Friedberger Predigerseminar tätig. Nach einem Spezialvikariat im Bad Homburger Kinderheim absolvierte sie ein Pfarrvikariat und ordiniert in der Auferstehungsgemeinde und der Wicherngemeinde in Frankfurt-Praunheim. 

1998 wechselte Jutta Hofman-Weiß nach Ebersbach, bevor es zur letzten beruflichen Station nach Pohlheim ging und dort in Watzenborn-Steinberg am 1. März 2008 ihren Dienst aufnahm. Sie habe sich stets für eine enge Verbindung zur Gemeinde und für Gleichberechtigung eingesetzt, auch wenn sie gegen Widerstände ankämpfen musste. Abschließend lobte die Dekanin ihr Engagement und ihre Zuverlässigkeit, ganz aktuell in der Zeit der Veränderungen in den Gemeinden bis zur gelungenen „Gemeindehochzeit“ der Gesamtkirchengemeinde am Schiffenberg. Jetzt könne sie sich auf eine neue Lebensphase als Chorsängerin und mehr Zeit für die Familie freuen. 

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Wolfgang Schmandt ,bedankte sich im Namen der Gemeinde für ihr Wirken, in der sie die Gemeinde in Watzenborn-Steinberg mit Leidenschaft begleitet und eine Balance zwischen Tradition und Innovation gefunden habe. Ihre Predigten seien prägend gewesen. Maßgeblich würdigte er ihre Arbeit an der Gestaltung des Gemeindebriefes. Herausforderungen wie die Corona-Pandemie habe sie mit Kreativität und Einfühlungsvermögen gemeistert. Trotz personeller Engpässe hielt sie damals den Kontakt zur Gemeinde aufrecht. 

Ihre Initiative zur Aktion "Brot für die Welt" und die Wiederbelebung des Besuchsnetzes für alte und kranke Menschen waren bedeutende Projekte erinnerte Schmandt. Sein Dank galt auch ihrem Ehemann, der sie immer im Hintergrund unterstütze. Als Geschenk überreichte er beiden einen Gutschein für ein Wochenende in Erfurt auf den Spuren des Reformators Luther und ein Ginko-Baum. 

Zahlreiche Abschiedswünsche folgten, auch musikalisch von Eva Saarbourg, die ihr den Beatles-Hit „Black Bird“ ausgesucht hatte. „Segne den Mond über uns“ sang abschließend der Kirchenchor mit der Gemeinde, bevor außerhalb der Christuskirche der Tisch mit einem Imbiss reichlich gedeckt war. Persönlich konnte man mit Jutta Hofmann-Weiß das persönliche Gespräch suchen. In Pohlheim bleibt sie weiterhin wohnen.  
(Von Roger Schmidt)